Die Bunnahabhain-Destillerie liegt im Norden von Islay und wurde direkt ans Wasser gebaut. (Foto: Malt Whisky)
Die Bunnahabhain-Destillerie liegt im Norden von Islay und wurde direkt ans Wasser gebaut. (Foto: Malt Whisky)

So kurvenreich wie die Straße, die hinter Port Askaig abbiegt und zur abgelegenen Bunnahabhain Bay mit den alten Destillerie-Gebäuden aus den 1880er Jahren führt, ist auch die jüngere Vergangenheit von Bunnahabhain. So wurde zwischen 1999 und 2003 nur recht sporadisch produziert, mehrfach wechselte der Eigentümer. Dies führt dazu, dass die Whiskys von Bunnahabhain bis heute knapp sind. Und so muss auch der Bunnahabhain 18 Jahre aus älteren Whisky-Beständen komponiert werden. Dies macht den Single Malt seltener und teurer. Wir wollen in diesem Test herausfinden, ob sich der Islay-Malt trotzdem lohnt.

Der 12-jährige Bunnahabhain machte mich neugierig

Ich hatte zuvor bereits den Bunnahabhain 12 Jahre probiert und war auf einen ungewöhnlichen Islay-Malt gestoßen. Wo andere Whiskys von der Hebrideninsel sich ganz auf die Themen Rauch und Torf konzentrieren, gab es beim Bunnahabhain obendrauf noch eine ordentliche Schippe Getreide und süße Dessertaromen. Sahnedessert, Vanille und Pflaumenkompott habe ich damals unter anderem geschmeckt. Hinzu kamen nussige Noten – ein vielfältiges Spektakel!

Nun war ich gespannt was die mindestens sechs weiteren Jahre in Eichenholzfässern aus dem „Islay-Käpt’n“ machen würden. Gerüchten zufolge reift der Bunnahabhain 18 Jahre zu 60 % in Ex-Bourbon-Barrels und zu 40 % in Ex-Sherry-Casks. Wie auch die Einstiegs-Abfüllung von Bunnahabhain kommt der Whisky mit 46,3 % sowie ungefärbt und unfiltriert in die Flasche beziehungsweise jetzt zu uns ins Nosing-Glas.

Bunnahabhain 18 Jahre im Test (Foto: Malt Whisky)
Die Gestaltung der Bunnahabhain-Whiskys ist dröge und altbacken – hier wäre mal eine Auffrischung fällig (Foto: Malt Whisky)

Unser Tasting des Bunnahabhain 18 Jahre

Wie riecht er?

Ein bisschen wie ein Grillfeuer am Tag danach. Und zwar eines bei welchem ordentlich Speck, Zwiebeln und Hackfleisch zwischen den Rost gefallen sind. Pikant, kohlig und erdig (Rindenmulch!) ist der erste Eindruck. Wie beim Bunnahabhain 12 springen dieser prägnanten Grundnote noch fruchtig-süße Aromen bei. Wir erkennen Dosenobst, Pfirsich, Aprikose, Sauerkirsche und Karamell. Eine Reminiszenz an Islay ist ein kieseliger und mineralischer Duft, welcher den Malt durchzieht.

Wie schmeckt er?

Der 18-jährige Bunnahabhain ist auch im Mund zuerst bestimmt durch rauchige und eher dezent torfige Noten, die auch an Erde und Mulch erinnern. Ein typischer Islay-Geschmack, der allerdings durch süßliche Noten im Mittelteil bereichert wird. Auffallend sind die Noten von Karamell und Rohrzucker, sowie getrockneten Bananen und Pfirsichen. Der Malt wirkt insgesamt recht holzbetont, was sich auf dem Tasting-Bogen in Notizen wie „feuchtes Fass“ äußert. Im Nachklang ist der Whisky geprägt von Rauch und Torf, dabei angenehm würzig mit ausgeprägten Sherryaromen.

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Bunnahabhain 18 Jahre
Gestaltung & Story60
Geruch87
Geschmack88
Preis-Leistung65
75
Gelungen
Fazit
Der Bunnahabhain 18 Jahre ist ein überzeugender Single Malt, der den islay-typischen Rauch und Torf mit Würze, Früchten und Sherryaromatik vereint. Diese Vielfalt im Geschmack unterscheidet Bunnahabhain von anderen Islay-Whiskys, die eher straight ein bestimmtes Aroma durchziehen. Leider ist der 18-jährige Whisky mit aktuell rund 120 Euro eher teuer, was andere Abfüllungen attraktiver macht.

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