Die Destillerie von Oban ist gut in das Stadtbild integriert. (Foto: Malt Whisky)
Die Destillerie von Oban ist gut in das Stadtbild integriert. (Foto: Malt Whisky)

Das kleine schottische Hafenstädtchen Oban liegt an der Westküste Schottlands und ist nicht nur für sein kulinarisches Angebot an leckerem Fisch und Seafood bekannt: Auch die Oban-Destillerie befindet sich mitten im Stadtzentrum und kann bei einem Spaziergang an der Promenade kaum verfehlt werden. Die Lage ist eine Besonderheit, denn viele Destillerien sind wegen der Geruchentwicklung und Brandgefahr eher am Ortsrand oder auf der grünen Wiese angesiedelt. Früher war der Blick auf das alte Destilleriegebäude von Oban noch ansprechender, heute drängen sich ein knallrot-lackiertes italienisches Bistro und ein Schuh-Outlet vor das Steingebäude. Doch wir wollen schnell hinein und sie probieren, die Whiskys von Oban.

Eine der wenigen Whisky-Destillerien innerhalb einer Stadt: Oban. (Foto: Malt Whisky)
Eine der wenigen Whisky-Destillerien innerhalb einer Stadt: Oban. (Foto: Malt Whisky)

Kompakter Rundumschlag: Destillerie-Führung bei Oban

Falls man während seiner Whiskyreise vor hat, noch weitere Touren bei Destillerien des Diageo-Konzerns zu buchen, sollte man auf jeden Fall vorher Mitglied im „Friend of the Classic Malts“-Club werden. Dann zahlt man nur für die erste Führung und erhält die weiteren inklusive kleiner Verkostung umsonst. Unser Tourguide Stuart führte uns freundlich und kompetent durch die Gebäude. Die Oban-Destillerie wurde 1794 gegründet und gehört mit rund 5000 Litern pro Tag zu den kleinen Whiskyerzeugern.

Wie üblich kriegt man Mash Tuns, Wash Backs und Brennblasen gezeigt und die stattfindenden Prozesse in vereinfachter Form erklärt. Klar ist natürlich auch: Bei einer 45 Minuten Tour wie hier in Oban werden viele Themen nur angerissen und Insider-Infos gibt’s natürlich auch nicht. Fotografieren ist leider, wie bei Diageo-Touren generell, nicht gestattet. Aber gegen einen kleinen Schnappschuss aus der Hüfte wird doch wohl niemand etwas haben, oder?

Tour für Einsteiger: Ohne Mälzerei und Fasslager

Wie die meisten Whiskybrennereien mälzt auch Oban seine Gerste nicht mehr selbst, so dass dieser Vorgang nicht besichtigt werden kann. Auch die Warehouses gibt es bei Oban nicht zu sehen, da Lagerung und Abfüllung schon lange auf andere Orte in Schottland verteilt worden sind. Somit ist die Standard-Tour auch eher nur für Erstbesucher einer Destillerie geeignet. Das Tasting stimmt uns dann versöhnlicher: Es gibt eine elfjährige Fassprobe in Cask Strength und den Oban 14 Jahre zur Probe und das Tasting Glas darf man mitnehmen.

Die maritimen Whiskys von Oban

In den Single Malts von Oban verbinden sich fruchtige Aromen der Highlands mit salzigen Aromen der Küste. Eine Mischung, die man nur selten findet. Interessant ist auch, dass Oban keinen Whisky für weit verbreitete Blends herstellt, alles geht in die aktuellen Single Malts:

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