Kurioses Meisterstück: Dieser Whisky-Schrank kann sogar sprechen…

„Guten Tag, Sie öffnen gerade den Whiskyschrank von…“ – so persönlich begrüßt einen diese schmucke Vitrine beim Öffnen. Und nicht nur das: Das handgearbeitete Möbelstück aus geräucherter Lärche liest einem auf Wunsch sogar die enthaltenen Whiskys mit Alter und Eigenschaften vor. Eine kuriose Idee – und ein echtes „Meisterstück“: Denn Christian Matern hat den Schrank als Teil seiner Ausbildung zum Schreinermeister von Hand gefertigt.

Hier führt er die Funktionen des sprechenden Whisky-Schranks vor:

Wie kommt man auf die Idee, ausgerechnet einen sprechenden Whisky-Schrank zu konstruieren?

„Am Sonntagabend genieße ich gerne ein Glas Whisky auf dem Balkon und lasse meine Gedanken schweifen. Mit der Überlegung, welche Eigenschaften der Whisky hat – unter anderem die Fassreifung und goldbraune Farbe – war die Form des Schranks bereits vorgegeben. Oft werde ich gefragt, welche Whiskys ich habe. Um nicht alle Malts aufzählen zu müssen, entschied ich mich für eine Sprachausgabe. Der Schrank zählt so auf Wunsch die einzelnen Whisky-Sorten auf. Die Idee für den interaktiven Whisky-Schrank war geboren.“, erklärt Christian Matern.

Schreinerhandwerk in Perfektion: Christian Matern erhielt seinen Meisterbrief für den Whisky-Schrank (Foto: Christian Matern)
Schreinerhandwerk in Perfektion: Christian Matern erhielt seinen Meisterbrief für den Whisky-Schrank (Foto: Christian Matern)

Traditionelles Schreinerhandwerk trifft moderne Technik

Für die Umsetzung kombinierte der angehende Schreinermeister traditionelles Handwerk mit moderner Technik: Der sprechende Whisky-Schrank besteht aus geräucherter Lärche und fällt schon auf den ersten Blick durch seine außergewöhnliche Form auf: Angelehnt an die Fassreifung sind die Schrank-Seiten gebogen. Das Material UPM Grada – ein durch Temperatur formbarer Holzwerkstoff – wurde auf 95° Celsius erhitzt und dann in die Form gebogen.

Für den Betrachter nicht sichtbar, versteckt sich allerhand Technik in dem Whisky-Schrank: Ein Chipleser liest den Chip aus, der am Boden jeder Whiskyflasche angebracht werden muss. Durch Einlesen der einzelnen Whisky-Sorten – per App oder über den Computer – können die Whiskys mit ihren Eigenschaften in Form von Name, Alter, Reifungsprozess, Geruch und Geschmack vorgestellt werden. Künftig soll die Einlese- und Wiedergabefunktion über das Scannen eines Barcodes möglich sein. Beim erstmaligen Einlesen des Barcodes zieht sich die Steuerungseinheit die Daten des Whiskys von der Datenbank und überträgt diese auf die Speicherkarte.

Der Whisky-Schrank aus geräuchertem Lärchenholz ist innen mit LEDs beleuchtet (Foto: Christian Matern)
Der Whisky-Schrank aus geräuchertem Lärchenholz ist innen mit LEDs beleuchtet (Foto: Christian Matern)

Ein Whisky-Schrank für betuchte Sammler

Die vielen Arbeitsstunden und die verbaute Technik haben ihren Preis: Auf 10.000 bis 13.000 Euro schätzt Christian Matern die Kosten für eine Einzelanfertigung seines interaktiven Whisky-Schrankes. Als Zielgruppe sieht er vor allem Sammler, welche ihre edelsten Tropfen nicht nur ansprechend präsentieren, sondern sie ihren Gästen auch mit dem entsprechenden „Wow-Effekt“ vorführen wollen.

Und in der Tat: Wer bereit ist viele tausend Euro für einen alten Whisky in einer Auktion zu bezahlen, der möchte diesen vielleicht auch auf ganz besondere Art ausstellen. Wir sind gespannt, wie der sprechende Whisky-Schrank ankommen wird und welche coolen Ideen Schreinermeister Christian Matern noch rund um das Thema Whisky und Technik hat!

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