Malt-Whisky-Redakteur Samuel verkostet einen edlen Single Malt (Foto: maltwhisky.de)
Malt-Whisky-Redakteur Samuel verkostet einen edlen Single Malt (Foto: maltwhisky.de)

Wenn von Single Malt Whiskys die Rede ist, dann liegt der Fokus häufig auf dem ersten Teil des Begriffes: Es handelt sich um den Whisky aus nur einer Destillerie. Dabei ist der zweite Teil eigentlich viel spannender: Malt Whiskys bringen den Geschmack ins Glas – egal ob bei Single Malts oder Blended Whiskys. Doch was ist das eigentlich genau? Wo kommen Malt Whiskys her und welche Arten gibt es? Unsere Einführung in das Thema bringt Klarheit.

Was ist Malt Whisky?

Ein Malt Whisky wird aus gemälzter Gerste (auf Englisch: malted barley) hergestellt. Sprechen wir von schottischen Malt Whiskys, so müssen diese in kupfernen Brennblasen hergestellt werden. Und zwar aus Wasser, Hefe und der gemälzten Gerste. Der Zusatz von anderen Getreidesorten ist nicht gestattet. Nach dem Brennen muss der Whisky für mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern gelagert werden. Häufig sind dies ehemalige Bourbon-Fässer aus den USA, die von den schottischen Destillerien ein weiteres Mal befüllt werden. Aber auch spanische Sherry-Fässer, Port-Barrels oder Wein-Casks werden verwendet.

Welche Malt-Whisky-Sorten gibt es?

In der Einleitung haben wir es schon erwähnt: Stammt der Malt Whisky aus nur einer Destillerie, spricht man von einem Single Malt. Der Begriff „Single“ besagt nicht, dass nur der Whisky eines Fasses abgefüllt worden ist. Vielmehr bestehen praktisch alle Single Malts aus einer Mischung verschiedener Fässer derselben Brennerei.

Ein Single Cask Whisky ist hingegen die Abfüllung aus genau einem Fass. Fast immer wird die Nummer und der Lagerort des Fasses auf dem Etikett mit angegeben. Da jedes Barrel einen abweichenden Geschmack erzeugt, sind diese Malt Whiskys seltener und (teilweise) gefragter.

Und dann sind da die Blends: Werden Whiskys verschiedener Brennereien gemischt, handelt es sich um einen Blended Malt. Eine Unterform mit großer Verbreitung ist der Blended Scotch Whisky. Hier darf dem Malt Whisky auch (günstiger herzustellender) Grain Whisky aus anderen Getreiden zugefügt werden. Übrigens: Rund 90 Prozent der verkauften Whiskys sind Blends, nur 10 Prozent Single Malts.

Kommt Malt Whisky immer aus Schottland?

Auch wenn viele beim Begriff Single Malt sofort an Schottland denken, so werden Malt Whiskys doch in vielen Ländern auf der ganzen Welt hergestellt.

Malt Whiskys aus Irland

Blicken wir auf die Nachbarinsel Irland, so finden wir uns ebenfalls in einem El Dorado des Whiskys wieder. Auch sie werden häufig aus gemälzter Gerste gebrannt. Der Single Malt Irish Whiskey (man beachte die abweichende Schreibweise „ey“) ist dabei das Pendant zum schottischen Single Malt. Er wird ebenfalls in einer kupfernen Brennblase hergestellt. Üblich ist bei den Iren eine zwei- oder sogar dreifache Destillation, welche zu einem reineren und leichteren Whisky führen soll. Eine Variante ist der Single Pot Still Whiskey. Bei ihm kommt neben gemälzter auch ungemälzte Gerste mit in die Brennblase. Das Ergebnis ist ein besonders ursprünglicher Whiskey, wie er früher auch schon gebrannt wurde.

Malt Whiskys aus den USA

Auch wenn in den USA fast ausschließend Bourbon oder Rye in die Tumblergläser kommen, so gibt es doch eine wachsende Zahl an Destillerien, die Malt Whiskys brennen. Allerdings muss dieser nur zu mindestens 51 % aus gemälzter Gerste bestehen, der Zusatz von anderen Getreiden ist traditionell – ähnlich wie bei Bourbon und Rye Whiskey – gestattet. Nach dem Brennen muss der amerikanische Malt Whisky für mindestens zwei Jahre in neuen ausgebrannten Eichenholzfässern reifen. Zusatzstoffe wie Karamellfarbe oder Aromen sind nicht erlaubt.

Malt Whiskys aus Japan

Japanischer Whisky liegt seit einigen Jahren stark im Trend. Die Brennereien orientieren sich häufig an schottischen Vorbildern. Auch sie brennen Single Malts, welche komplett aus gemälzter Gerste gebrannt werden. Interessant ist die Vielfalt der Brennblasen in japanischen Destillerien: So gibt es die verschiedensten Formen und Größen nebeneinander – die Japaner experimentieren gerne mit ihrem Whisky und arbeiten stetig daran, ihn weiter zur Perfektion zu führen.

Auch in Taiwan, Indien und natürlich auch in Deutschland werden Malt Whiskys hergestellt. Sie bilden die Grundlage für den Genuss – denn ganz gleich ob ein Single Malt oder einen Blend ins Glas kommen, die maßgeblichen Aromen liefert immer der Malt-Anteil.

Warum wird gemälzte Gerste zur Whisky-Herstellung verwendet?

Whisky lässt sich aus vielen Getreidesorten herstellen und so ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen früher das Getreide verwendeten, welches sie ohnehin auf den Feldern in ihrer näheren Umgebung anbauten. Im Fall von Schottland war das die Gerste.

Der positive Effekt von Gerste ist, dass sie viel Stärke (und somit Zucker) enthält und deshalb perfekt zum Brennen von Alkohol geeignet ist. Heutzutage wird häufig zweireihige Gerste verwendet, welche einen Stärkegehalt von rund 60-65 % hat.

Um an die Stärke zu gelangen, muss die Gerste zunächst zum Keimen gebracht werden und anschließend getrocknet werden. Diesen Prozess bezeichnet man als Mälzen. Er wird in manchen Destillerien noch vor Ort ausgeführt (wenn auch teilweise nur zu Showzwecken), häufiger jedoch in großen Mälzereien, welche riesige Mengen Gerste auf einmal mälzen können. Sie arbeiten eng mit den Destillerien zusammen und sind so heutzutage ein wichtiger Faktor bei der Herstellung von Malt Whisky.

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