Der Standard von Chivas Regal darf 12 Jahre im Eichenholzfass reifen. (Foto: Alkoblog)

Die Chinesen mögen ihn schon mal: Von 43 Millionen Litern Chivas Regal, die im Jahr 2012 weltweit verkauft wurden, ging die Hälfte in die Volksrepublik. Und auch hierzulande ist der Chivas Regal 12 Jahre ein fester Bestandteil in vielen Bars und Whisky-Vitrinen. Grund genug sich die markante Flasche mit den gekreuzten Schwertern auf dem Etikett einmal genauer anzuschauen und den Chivas 12 im Tasting auf die Probe zu stellen.

Was ist drin im Chivas Regal 12 Jahre?

Bei Chivas Regal 12 handelt es sich um einen Scotch Blend, der aus einer Vielzahl verschiedener Single Malts und Grain Whisky gemischt wird. Die genaue Zahl der enthaltenen Malts ist nicht bekannt. Spekuliert wird in Whisky-Blogs über den Grain-Gehalt des Chivas 12 – dieser soll bei 60 % liegen. Auch hier gibt es natürlich keine offizielle Bestätigung des Herstellers.

Der Text auf der Verpackung verkündet: „Every drop of whisky must mature for a minimum of 12 years to earn its place in Chivas Regal“, heißt es da. Die enthaltenen Malt- und auch die enthaltenen Grain-Whiskys sind mindestens 12 Jahre im Fass gereift. Das Herz von Chivas bildet übrigens der Single Malt aus der überaus hübschen Strathisla-Destillerie in der Speyside. Auch Whiskys von Longmorn sollen eine wichtige Rolle in der Komposition spielen.

Viel Gold und Glanz: Die Gestaltung ist Geschmackssache

Der silbern glänzende Karton des Chivas Regal 12 Jahre erinnert ein wenig an ein Metalltor, in welches keltische Inschriften und Bilder eingraviert sind. Das fällt definitiv auf, hat aber auch etwas von Folklore. Das Etikett in Wappenform wirkt mit seinen Schwertsymbolen recht verspielt, aber doch insgesamt nicht so hochwertig wie andere Flaschen. Wirft man einen Blick auf die Banderole, könnte man den Chivas Regal 12 glatt für einen Single Malt mit Korken halten. Doch wickelt man das Metall ab, kommt dann doch ein Schraubverschluss zum Vorschein.

Unser Tasting des Chivas Regal 12 Jahre

Wie riecht er?

Gießt man einen Schluck Chivas Regal in den Interpretationsgenerator (mit welchem übrigens alle Rezensionen des Alkoblogs geschrieben werden!), so spuckt er wenige Sekunden später die Worte „weich“ und „weihnachtlich“ aus. Der Blend riecht sehr süß, fast klebrig, wie Zuckerwatte auf dem Rummel früher. Auch ein Hauch Vanille ist vorhanden. Atmet der Chivas etwas, so treten Klebstoffnoten hervor und ein alkoholischer Ton trübt das ansonsten angenehme Bild.

Wie schmeckt er?

Hier rattert unsere Interpretationsmaschine kräftig, will sich nicht gleich festlegen. Dabei sind die Aromen des Chivas Regal 12 eigentlich übersichtlich: Weich und süß schmeckt der Blend, nach Vanille, Eiche und Tannenzapfen. Er ist kaum fruchtig, hat aber eine leichte Sherrynote. Auch die Trockenheit im Abgang trägt Züge einer Sherryfassreifung. In das leichte Bild dieses Blends passen auch die nussigen Aromen, die dezent mitschwingen. Den Abgang ist leider sehr kurz und abgehackt, plötzlich ist dieser Whisky einfach zu Ende. Immerhin schmeckt er aber nicht penetrant nach Grain Whisky (vgl. etwa Johnnie Walker Red Label) und man kann ihn sehr gut pur trinken. Insgesamt ein gefälliger Malt, der aber wenig Kante zeigt.

Chivas Regal 12 Jahre
Gestaltung & Story70
Geruch80
Geschmack70
Preis-Leistung70
73
Gelungen
Fazit
Chivas Regal 12 Jahre ist ein gefälliger Blend, mit dem man prima den Tag ausklingen lassen kann. Mit seinen weichen, süßen Aromen und dem Verzicht auf jede Rauchigkeit findet er sicher seine Fans, ist aber auch etwas unspannend und beim Abgang kurz angebunden. Angenehm: Der Chivas 12 schmeckt kaum nach Grain Whisky und ist auch pur ein Genuss.

Kaufratgeber zu den Whiskys von Chivas Regal

Lässt man verschiedene Sondereditionen außen vor, gibt es von Chivas Regal folgende Scotch Blends:

  • Den hier getesteten Chivas Regal 12 Jahre als Einstieg mit weichem und süßem Geschmacksprofil. Erhältlich für 25-30 Euro.
  • Chivas Regal 18 Jahre ist üppiger und reifer. Erhältlich für 50-55 Euro.
  • Chivas Regal 25 Jahre bietet in Sachen Tiefe und Komposition der Aromen am meisten. Dafür deutlich hochpreisiger. Erhältlich ab 200 Euro.
  • Chivas Regal Extra verzichtet auf das Age-Statement, wurde dafür aber in Sherry-Fässern gelagert. Erhältlich für 30-40 Euro.
  • Chivas Regal Ultis ist ein Blended Malt ohne Grain Whisky. Er besteht aus fünf ausgesuchten Single Malts. Kein Age-Statement. Erhältlich ab 120 Euro.

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3 Kommentare

  1. Erstaunlich. Wenn ich meine Eindrücke nach der Verkostung so durch den Kopf gehen lasse, könnte man meinen ich hätte einen andern Whisky getrunken oder eine „schlechte“ Flasche erwischt.

    Mal vergleichend mit anderen Blends der Preisklasse und des Alters bin ich vom Chivas arg enttäuscht. Mögen mir Millionen Chinesen verzeihen oder sich irren ( eher unwahrscheinlich ) – aber mein Ding ist der nicht!

    Tannenzapfen mag den Geschmack vielleicht noch am ehesten definieren – werde beim nächsten Waldspaziergang mal einen versuchen – Fruchtigkeit oder Vanille fehlen mir da völlig. Er ist kurz im Antritt ( haha ), abgehackt, würzig und für mich mit einer deutlich spürbaren Bitterkeit ( Grain ? ) ausgestattet. Wahrlich kein angenehmer Begleiter für den Abend, nicht schmeichelnd und nicht raffiniert genug.

    Auch mein Kollege hat dankend abgewunken, als ich ihm die angebrochene Flasche schenken wollte – eine solche hat er auch noch stehen! 🙂

    Preiswert ist der Chivas – keine Frage – aber für das Geld würde ich den Dimple 15 Jahre empfehlen, wenn es denn ein Blend sein soll.

  2. Hallo,

    leider schreibst Du nicht immer genau und sachlich korrekt. Beispielsweise bezeichnest du einen amerikanischen Whiskey als Malt. Dabei ist nur (je nach Rezeptur) eher weniger als ein Drittel Malt im amerikanischen Whisky, denn mehrheitlich wird Mais eingestezt (>51% bei einem Bourbon), bei einem Rye aber sogar teilweise bis zu 95% Roggen (Bulleit Rye) beispielsweise.

    Dann schreibst Du hier, daß der Reifegrad vom Chivas Regal nur den Malt-Anteil umfaßt. Das ist natürlich absoluter Quatsch, denn die Angabe des Alters bezieht sich immer auf die Angabe des jüngsten verwendeten Fasses. Ja, Fass ! Denn selbstverständlich bringt die Lagerung eines Grain-Whiskies in einem Fass sehr wohl etwas. Und auch jeder verwendete schottische Grain-Anteil muß mindestens drei Jahre in einem Fass gelegen haben. Ansonsten könnte der Verschnitt laut schottischem Gesetz nicht als Whisky bezeichnet werden.
    Die Lagerung eines Grain-Whiskies in einem Fass ist unerheblich ? Gut, was ist ein Grain-Whisky ? Nach meiner Kenntnis ein Whisky, der KEIN Malt ist. Es kann also Weizen sein, Mais oder Roggen oder anderes Getreide. Lagert der Amerikaner also seinen Bourbon in Fässern, weil es keinen Sinn macht ?

  3. Lieber Thomas W.,

    einen Bourbon würde ich nie als Malt bezeichnen. Schau dir mal den Gär- und vor allem den Destillationsprozess an. Bourbon ist nichts anderes als ein Wodka, der für ein Minimum von zwei Jahren in eine Fass kommt. Mit Whisky schottischer Machart würde ich das nie gleichsetzen, egal, wie viele Drams ich intus hätte. 😉

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